Autofahren mit 17 in der Schweiz: Alle Infos auf einem Blick

Im Frühjahr 2017 gab das Bundesamt für Strassen einen Vorschlag in die Vernehmlassung, der landesweit für Aufsehen sorgte: Jugendliche sollten künftig schon ab 17 Jahren einen Lernfahrausweis erhalten können. Die neue Regelung tritt 2021 in Kraft. Im Dezember 2018 hat der Bundesrat über die Revision der Fahrausbildung verfügt. 

Gründe für die Gesetzesänderung

Ein Grund, der den Entscheid des Bundesrates beeinflusste, war ohne Frage, dass für gewisse Berufsausbildungen der Führerausweis zwingend erforderlich ist. 18-jährige, die eine Ausbildung beginnen wollen und keine Fahrerlaubnis vorweisen können, sind gegenüber ihren Konkurrent/innen mit Führerschein bisher im Nachteil.

Aus Sicht des Gesetzgebers liegt der Gewinn des Autofahrens mit 17 in der Schweiz für die Verkehrssicherheit darin, dass sich das Unfallrisiko nach Bestehen der praktischen Autoprüfung umso mehr reduziert, je mehr Fahrten in Begleitung eines Führerscheininhabers stattgefunden haben. Die politischen Parteien waren sich früh einig, dass das Mindestalter für den Erwerb des Führerausweises für Personenwagen nicht angehoben werden soll. Daher verständigte man sich darauf, die Altersgrenze für die Beantragung des Lernfahrausweises abzusenken.

Vorteile für das Autofahren mit 17

Führerausweis am 18. Geburtstag bekommen

Wenn du  mit 17 beginnst, kannst du deinen Führerausweis bereits an deinem 18. Geburtstag erwerben 

Mehr Verkehrssicherheit

Mehr Erfahrung im Strassenverkehr erhöht die Verkehrssicherheit 

Nie wieder auf den ÖV warten

Mehr Flexibilität und Mobilität ist der erste Schritt in Richtung mehr Unabhängigkeit

Neue Lernphase von 12 Monaten

Die wichtigste Neuerung im Zusammenhang mit der Absenkung des Mindestalters stellt die Einführung einer 12-monatigen Lernphase dar. Der Bundesrat verspricht sich davon mehr Verkehrssicherheit. Die Überlegung: Je mehr begleitete Fahrten vor der praktischen Prüfung stattfinden, desto mehr reduziert sich das Unfallrisiko. Dies sieht auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu so. Die neue Regelung greift allerdings nur, wenn der Antragsteller das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Anders gesagt: Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Antragstellung 17 bis 19 Jahre alt sind, treten nach dem Erhalt ihres Lernfahrausweises automatisch in die einjährige Lernphase ein. Oder nochmals anders formuliert: Wer unter 20 Jahre alt ist und die praktische Prüfung absolvieren möchte, muss mindestens 12 Monate lang mit dem Lernfahrausweis Fahrpraxis sammeln.

Geänderte Vorschriften zur Weiterbildung (2-Phasen Ausbildung / WAB)

An der zweistufigen Fahrausbildung, die 2005 eingeführt wurde, will der Bundesrat festhalten. Neu ist dagegen, dass die Weiterbildung nur noch einen Tag in Anspruch nimmt. Dabei soll künftig vor allem die Vollbremsung geübt werden – ein Manöver, das im Strassenverkehr nur sehr selten ausgeführt wird. Bislang mussten Neulenker zwei Weiterbildungstage absolvieren. Der Fahrschüler hat für die Weiterbildung zwölf Monate Zeit (gerechnet ab dem Tag der Fahrprüfung). Wie bisher kann die praktische Prüfung erst nach dem 18. Geburtstag abgelegt werden. Der Fahrausweis wird weiterhin für 3 Jahre auf Probe ausgestellt.

Unbefristete Gültigkeitsdauer von VKU und Theorieprüfung

Sowohl der Besuch des Verkehrskundeunterricht als auch die bestandene Theorieprüfung sind in Zukunft zeitlich unbeschränkt gültig. Bisher geltendes Recht sah vor, dass spätestens zwei Jahre nach Bestehen der theoretischen Prüfung oder nach dem Besuch des Verkehrskundeunterrichts eine Anmeldung zur praktischen Prüfung erforderlich war. Ansonsten musste Theorieprüfung oder Verkehrskundeunterricht wiederholt werden.

Entfall „Automaten Eintrag“

Eine ebenfalls äusserst relevante Änderung, die bereits ab Februar 2019 in Kraft tritt, liegt im Entfall des auch genannten „Automaten Eintrages“. Bisher sah die Gesetzgebung vor, dass alle Personen, welche die Prüfung mit einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe abgelegt haben, den entsprechenden Code im Führerausweis erhalten und dadurch keine handgeschalteten Fahrzeuge führen durften. Neu ist dies nicht mehr so. Heisst: wer die praktische Prüfung in einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe absolviert und bestanden hat, darf auch handgeschaltete Autos führen und umgekehrt. 

Ist der Lernfahrausweis im Ausland gültig?

Der Lernfahrausweis ist derzeit nur in der Schweiz, nicht aber im Ausland gültig. Am besten informierst du dich bei der Vertretung des jeweiligen Landes über die dort geltenden Regeln. Im internationalen Massstab ist es unüblich, dass ausländische Lernfahrausweise anerkannt werden. 

So sparst du am meisten

Die Fahrschule Verkehrsakademie arbeitet mit Qualidrive zusammen, der Web-App für Fahrschüler. Als digitaler Assistent bietet QualiDrive zum Beispiel eine aktive Lernunterstützung mit Lernvideos und Übungsfragen während der gesamten praktischen Fahrausbildung oder ein übersichtliches Ausbildungs-Journal. Dadurch weisst du als Fahrschüler jederzeit, wo du in der Ausbildung stehst und kannst im Fahrunterricht behandelte Themen besser verstehen.

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Gerne beantworte ich dir deine Fragen